Ich bin konzeptoid (auch wenn es das Wort vielleicht nicht gibt)
Ich entscheide mich nie
und lasse damit alle Möglichkeiten offen
Ich glaube nur so gehört mir die Welt und ich kann alles kosten
- tatsächlich gehört mir nichts
und ich erlebe eine unstehte Illusion in der ich nirgends angekommen bin
weil ich mich nicht festlegen kann
es entsteht keine Welt
ich kann keine Welt in sich selbst ganz finden
weil ich immer nur ein bisschen von allem lebe
und leben kann
im wahrsten Sinne bin ich ein Schmetterling
ein sehr flatterhaftes zartes verspieltes freies Wesen
von allem möglichen begeistert - nur muss ich dann weiter
Nomaden Leben - kam mir heute in den Sinn
fast ein bisschen schmerzhaft. Weil ich nicht weiss wie das lebbar
sein könnte - während über mir ein großer Greifvogel
seine Runden zog der wohl wusste wie Freiheit und Leben geht.
überall und nirgends.
Ein Glück wenn jemand meinen Namen ruft.
Dann will ich fast bleiben, mich einquartieren oder heiraten.
Ein Nest.
Aber kaum jemand kennt mich hier.
Weil ich nicht greifbar bin.
Ein bisschen da. Nur kurz.
Und dann liege ich traurig an den wundervollsten Orten
die man manchmal tatsächlich nur schwer erreichen kann.
Aber im Adrenalinschub bin ich mir für nichts zu schade.
Außer die Traurigkeit, die begleitet mich oft.
Dass da niemand ist zum Teilen dieses Erleben.
Und ist da doch ein Mensch der irgendwie Interesse hat
etwas mit mir zu erleben - ich habe Fluchtimpulse
und Angstgedanken. Überforderungserleben.
Auch wenn noch gar nichts passiert ist.
In meinem Kopf und in meinem Herzen
ist viel viel Welt.
So viel bunte Liebe.
Aber man sieht es mir vielleicht nur an wenn man mich heimlich sieht.
Wenn ich halbnackt an Wassern über Wiesen tanze,
inspiriert am Abend unter Bäumen singe oder einen Baum leidenschaftlich umarme als wäre er ein guter alter Freund,
zu den Sternen staune und die Hand strecke, als könnte ich sie berühren und mit der Katze des Nachbarn spreche und sie mir von ihrem Tag erzählt. Und ich glaube wirklich dass wir uns verstehen.
Oder wenn ich durch Regenbogen laufe und über Synchronizitäten lache.
Wenn ich an besondere Orte komme und Höhlen unter alten Baumwurzeln finde... wenn ich die Magie spüren kann... und geborgen in Wiesengruben liege... wie ein Kind der Erde... und barfuß gehen mich so glücklich macht... dann?
Vielleicht sieht man mich dann und weiss ein bisschen von meiner Welt.
Manchmal gehe ich durch den Wald ohne Weg und Kompass.
An Wurzeln ziehe ich mich über Anhöhen und krieche unter Ästen durch
das Dickicht... bewundere die Fraktale und Ornamente in Blumen und Früchten... beobachte die Tierwelt und manchmal schenkt mir ein Tier sein Vertrauen, dann bin ich berührt und im Herzen ganz ruhig und nahe.
Mein Fluch ist noch ungebrochen; das ich nur frei sein kann wenn ich alleine bin. Wenn mich niemand sieht bin ich am schönsten.
Wie geht frei sein mit einem Menschen?
Ein Rätsel, ungelöst.
In meiner inneren Welt ist eine Wartemelodie die nicht enden mag.
Das ist die Wahrheit - trotz allem.
Es ist kein Trotz und keine Naivität im eigentlichen.
Es ist ganz einfach; ich weiss wie es ist mit einem Seelenverwandten all dies so leicht und frei zu teilen. Ich habe es erlebt.
Und seit dem fehlt es.
Schneidet mir einen Flügel ab - ich kann nicht fliegen.
Bindet mir ein Auge zu - ich kann nicht mehr räumlich wahrnehmen.
Nehmt mir eine Hand - Klavier spielen wird schwer.
Und wenn ihr mir ein Teil meines Herzens nehmt - ich werde es immer suchen müssen, denn es gehört zu mir.
Wenn man das Schönste kennt,
wie kann man sich mit wem weniger schönen begnügen,
und vorallem; wie kann das Schönste je aufhören zu fehlen?
Ich weiss es nicht.
Ich will nicht die Leere sein.
Lieber die Fülle.
Aber meine Fülle ist halbecht.
In sich selbst ist ein Ort
dort ist es leer.
Vielleicht kann ich mich deshalb nicht entscheiden.
Ich bin Zuhause Halt und Orientierung beraubt.
Und irre...
umher.
Auch wenn es aussieht dass ich tanze...