Dienstag, 31. Oktober 2023

Lieber Theoretiker

lass doch mal das Fachhampeln sein

Ich bekomme Bauchweh und hör dir kaum zu

Dein angelerntes Wissen ist wie Trockeneis

Alles zieht sich in Verschleiß

Und ist ohne Geschmack oder Duft

Deine Schnörkelei, die letzte Drehung

Das gibt dir leider keinen Schliff

Innen gähnt es müde

Dein Herz ist nicht dabei

Und wärend du sprichst

Hört dir dein Geist zu und dein Herz weint

Montag, 30. Oktober 2023

Geschichten hängen mir nach

In meinem Herzen und in meinem Geist

In meiner Dankbarkeit und in meinen Tränen

Manchmal in distanziertem Schmerz


Ich habe sie noch nicht alle verdaut

Noch sind sie nicht alle zurück geholt worden

Nach dorthin wo ich heute bin und wie ich heute bin

So hänge ich immer wieder in alten Geschichten

Nach denen ich mich sehne oder die noch unerlöst irgendwo schweben


Und nun schon, eine neue Geschichte zu schreiben?


Es sind die Zeiten in denen ich intensiv mit Menschen in Kontakt bin

Die etwas bleibendes werden

Weil sie etwas in mir berühren

Diese Geschichten verweben sich in mein Feld


Und es ist schwer, jedesmal Abschied zu nehmen

Weil etwas bleibt - etwas wie Sehnsucht


Nach dem berührt sein, nach Intensität im Kontakt

Nach dem was so tief und so einmalig

Mein Herz berührt


Und unwiederholbar ist


Ich glaube das schwierig ist die Einmaligkeit des Augenblicks

Und besonders dann, wenn wir dem nicht gewahr sind, während er geschieht

Ich glaube dann bleibt etwas von uns dort haften

Und wir leben in der Vergangenheit mehr als im jetzigen Augenblick

Weil wir etwas von uns nicht mitgenommen haben

Weil etwas damals nicht zuende gelebt und gefühlt wurde

In völliger Präsenz


So können wird durch die Welt reisen

Und überall einen Teil von uns selbst verlieren





Freitag, 27. Oktober 2023

Ich war ein Suchender und bin es immer noch, aber ich habe aufgehört, die Bücher zu fragen und die Sterne – und angefangen, auf die Lehren meiner Seele zu hören.


...


Deine Aufgabe ist nicht die Liebe zu suchen, sondern nur all die Hindernisse in dir zu suchen und zu finden, die du dagegen aufgebaut hast.


...


Vergiss Sicherheit. Lebe, wo du fürchtest zu leben. Zerstöre deinen Ruf. Sei berüchtigt


....


Zeige dich, wie du bist oder sei, wie du dich zeigst.


....


Zünde Dein Leben an, und suche die, die Deine Flammen nähren.


....

Wo die Liebe ist, gibt es kein Ich


..


Lass dein Herz zu einem Ort werden, an dem alles, was du liebst,
Platz hat.




(Rumi)


Geh und finde Dich selbst – so kannst Du auch mich finden.

Rumi

"ach so ist die Welt!"

wenn ich das ausrufe vibriert etwas


Mama, ohje ich wachse.

Damit ging ich durch die nächtliche Stadt nach Hause.

Ich wachse. Ganz aus mir selbst.

Und aus einem guten Nährboden heraus.

Wenn auch ganz anders als gedacht oder gewünscht.


Ich bin auch nur eine Pflanze.

Aber ich wachse so völlig anders

dass ich das weder hätte denken, planen oder wollen können.

Alles verläuft verschnörkelt - und doch zusammen.

Ergibt ein ganzes mich.


Leben hat einen Plan.

Was ein Glaube war wird nun offensichtlich.


Ich verlasse das Aikido 

und laufe mit dem Vollmond nach Hause.


Achso - so ist das Leben. Warum hat mir das niemand gesagt?

Meine Eltern jedenfalls nicht.

Ich habe ganz anderes gelernt weil mein Umfeld so ganz anders war.

Andere Grundbedingungen für ein Leben.

Anderer Nährboden.

In meinem Fall recht viel Wüste.

Und darin ging es um irgendwie überleben.

Wenig Wasser brauchen und die knallharte Sonne aushalten.

Die Wurzeln besonders tief graben um doch noch Wasser zu finden.

Und die Blätter, wenn auch innen so zart, brauchten einen Schutz.


Mein Normal, das ich auf die Welt projizierte, ich kannte nichts anderes, konnte nichts anderes glauben. Ich hatte nichts anderes wirklich tief gefühlt.

Mein Glaubensystem und meine tiefste Erkenntnis war

dass die Welt ein bedrohlicher Ort ist.

Und ich entwickelte Angst.

Insbesondere Angst vor Menschen.


In mir verletzt und harten Bedingungen ausgesetzt

war mein Leben eigentlich Vermeidung und Schutzinstallation.

Die notwendigen menschlichen Beziehungen soweit zulassen wie gerade noch möglich oder ausweichen oder selbst nicht gegenwärtig sein wenn sowas wie Nähe passiert.


Und jetzt? Steht da Leben und sieht mich an.


Vielleicht sind Menschen, vielleicht ist das Leben, ganz anders als ich glaubte. Vielleicht ist das was zu meiner Wahrheit gehörte

etwas das zutiefst überschrieben werden darf.

Und der Schrecken der damit einhergeht darf sich setzen.

Vielleicht darf ich mich weiten.

Mama ohje ich wachse.. 

Vielleicht darf ich mich strecken.

Und herrje, vielleicht darf ich sogar nach etwas greifen.

(aber jetzt wird es mir schon fast wieder zuviel.

Mein System läutet den ersten Alarm. Deshalb beende ich hier den Text).

Wachstum braucht Zeit.


Donnerstag, 26. Oktober 2023

Ich gehe mit meiner müden stillen Traurigkeit

Dorthin wo du bist

Und ich es nicht weiss

Ich atme flach

Und zirkuliere still


Abschiedsstimmung 

Ohne den Abschied im Herz zu haben

Das ich euch alle wieder sehe, bleibt


Traurigkeit fasst mich ganz


Ich bin die die euch sieht

Und ich bin die die ich euch durch mich erlebe

Ich bin mein Wesen 

Das in euren Augenblicken erscheint - und ihr in meinen

Vielleicht ein Lächeln

Resonanz und Sympathie

Meine Energie


Alles bleibt irgendwo hier

Von mir und von dir

Und wir tragen es mit

Bis in die Ewigkeit



Die Realität hat keine Socken an



Dienstag, 24. Oktober 2023

"Die Welt ist völlig verrückt"

Mara liegt an meiner Seite und sinniert.

"Das eigentliche Leben verfällt. Die Gesellschaft lebt daran vorbei

und nennt das normal".

Wir schweigen.


"Ich möchte mich behalten".

Wir lächeln beide.


"Es ist ein System das ausbeutet" merke ich an.

"Es geht nicht um dein Potential. Das liegt ungeachtet irgendwo.

Es interessiert niemanden. Du darfst nicht lernen was dich interessiert,

du sollst lernen was vorgegeben wird"


"Fremdbestimmung" merkt Mara an.


Mich fröstelt es und ziehe die Decke enger an mich heran.

Ich erinnere mich an die Stimmung in der Stadt.

An die vielen müden und angestrengten Gesichter.

Vorallem erinnere ich mich an das was ich vermisse;

die Seele in den Augen der Erwachsenen, die leuchtet

und staunt und begeistert ist. Für die das Leben ein unerklärliches

Wunder ist. So wie es noch die Kinder erleben.

Es ist verloren gegangen. 

Ich lehne mich an Mara und seuftze.


"Fast niemand scheint irgendwas verantworten zu wollen 

dass in ihm brennt und sich sehnt. Alle warten auf ...

deshalb ist das ganze so zäh und mühsam.

Vorallem neue Ideen in die Welt zu bringen und zu etablieren"


"Die Türen zur Welt gehen nach innen auf"

erinnert mich Mara.


Wir schauen mit verklärtem Blick aus dem Fenster.


Andersartigkeit ist kein Fehler, merke ich schlagartig.

Es belebt die Monotonie der Welt und ist doch so erfrischend.

Wir brauchen das. Es ist wie Sauerstoff.


Sonntag, 22. Oktober 2023

mein Leben geht sinnfrei an mir vorbei

-



Wir brauchen Menschen, wie Bergluft so klar

und bis ins Innerste treu und wahr.
Menschen, in deren Augen das Licht des offenen Himmels sich strahlend bricht.
Wir brauchen Menschen, an die göttliche Natur gebunden, die sich auch selber überwunden.
Sonnenmenschen, die wortlos segnen, in deren Wesen wir dem Kosmos begegnen.
Weisheit der Hopi Indianer

In jede Ahnenreihe wird eine Seele geboren, die in den heiligen Kampf zieht.

Sie ist die eine Seele, auf die lange gewartet wird.
Eine, die das Leid ihrer Generationen beendet.
Die stark ist und die alten Traumata löst. Die den alten Fluch bricht.
Eine, die sich erhebt. Und alle Ahnen vor und nach ihr befreit.
Wenn Du diese Aufgabe in Deiner Ahnenfamilie hast, wirst Du in diesem Leben viele Schmerzen erleben.
Du wirst viele Prüfungen bestehen müssen.
Du wirst durch viel Leid gehen.
Dir wird viel Dunkles begegnen.
Und gleichzeitig wird Dein Licht immer heller werden.
Vielleicht fragst Du Dich, warum Dir das alles passieren muss.
Wer Dir das auferlegt hat.
Wem Du etwas getan hast, dass Dir das alles geschieht. Oder ob Du dort jemals rauskommst.
Lass Dir sagen, das alles passiert nicht, weil Du bestraft werden sollst.
Nicht, weil Du etwas falsch gemacht hast.
Oder weil Du in diesem Leben leiden musst.
Es ist da, damit Heilung geschehen kann.
Du bist diese eine Seele, die stark genug ist.
Du bist es, die Erlösung bringt.
Die ihre Generationen befreit.
Du bringst Frieden. Du bist Heilung. Heile Deine alten Leben. Beende die Kriege Deiner Ahnen.
Befreie sie von allem Schmerz.
Löse ihre Ketten. Versorge ihre Wunden.
Bring ihnen Vergebung.
Und mach Frieden.
Sie warten schon so lange auf Dich!"

Inga Banati

Samstag, 21. Oktober 2023



 

Unsagbar müde.

In eine namenlose Welt.

In mich selber sinken.



Mittwoch, 18. Oktober 2023

Ich such das Universum nach dir ab

Ich bin wo tausend Meere schliefen

Ich bin in der Savanne, der Steppe, dem Dschungel, bei Nacht

Ich habe hohe Berge erklommen

Und ich kenne viel Land

Aber alles was ich sah und alles was ich fand war mir fremd


Ich habe in anderen Augen und anderen Herzen gesucht

Ich ging neue Wege und mir mögliche Vielfalt ein

Ich wage mich in meine Angst

Aber alles was ich fand

Warst nicht du


Alles was jetzt ist, bin ich, bei Kerzenschein allein

Und ich schreib dir dies

Weil du irgendwo bist


Weil du mich siehst, weil du mich siehst wie ich bin

Und weil du mich liebst

Weil wir nichts tun müssen

Weil wir es sind

So einfach, so unmittelbar


Meine Seele kennt dein Lied

Und deine Stimme, dein Wesen, dein Augenblick

Dein Licht und dein Lachen


Eigentlich ist es viel mehr als das

Und ich sag dir eines; der Glaube ist schwach

Weil es zu schön wär um wahr zu sein


Ich rechne nicht mehr wirklich mit dir

Aber du musst irgendwo sein (oder du warst schon da)



Montag, 16. Oktober 2023

muss ich mich zurück halten, mich schämen, mich zurecht weisen, mich kritisieren oder mich ängstigen wenn ich fühle; ich freue mich auf den Tod?


wenn etwas erlöst, ist es Gnade.

Der Tod ist Gnade.

Er war noch nie etwas anderes in seiner letztendlichen Gestalt.


Die Menschen mögen rufen "feier das Leben" und "genieße das hier und jetzt"


Ich bin von etwas berührt worden das bleibend ist; die Ewigkeit.


Es ist nicht abzuwaschen, zu überdecken, zu tadeln oder zu verändern.


Es ist über allem. Es ist sehbar, tastbar, riechbar und hörbar. Überall.

Die Ewigkeit enthält all das hier. Und ist noch so viel mehr.

Und dieses mehr... auch nur einen Tropfen davon zu wissen,

macht alles andere unkenntlich. Es ist ein "leider" dabei.

Aber wer den Genuss der Ewigkeit weiss wird das "leider" in Kauf nehmen,

Gnade seiner Seele, denn das Erdenleben wird einen Schleier Schmerz tragen.


Er wird jedes Ding nach seinem Sinn fragen. Und es doch lassen.

Er wird dazwischen sein. Hier und doch schon ewig.

Er wird das Leben schmecken aber das Ewige wird sein eigenes bleiben, aus Licht.
Alles auf Erden wird an das Licht erinnern. Aber das Licht selbst nicht sein.

Das ist der Schmerz der auszuhalten ist.

Im Grunde des Herzens ist es die Sehnsucht.


Das Erdenleben wird Schulung und zugleich warten sein.

Tiefer ins Herz begeben ist das einzige das vom Feuer des Schmerzes verschont bleibt.

Dort ist es ruhig und tief. Und dort ist das Lächeln der Ewigkeit.

das Leben ist die Frage - und der Tod die Antwort


das Leben, wie es aus Fragen, Ängsten und Wünschen besteht

kann sich nie selbst in letzter Instanz beantworten,

das kann nur der Tod, der den Schlussstein setzt.

Der Tod ist die Vollendung. Die Kür. 

Er hat nichts gemein mit den Windungen des Lebens. Er beendet sie alle.

Und doch enthält er auf eine transzendente Weise alles.


Alle Weisheit des Lebens mag die Essenz berühren aus der alles besteht.

Aber der Tod ist es. 

Er ist nicht so sehr das Ende sondern viel mehr eine Vollendung.

Eine Beheimatung von Raum und Zeit und ihre Transzendenz.


Er umarmt alles und beschließt es. 

Er öffnet und vervielfacht.

Er ist das Tor das wir zu Lebzeiten suchen aber nicht mehr erinnern können.


Er löst aus Raum und Zeit und der Linearität.

Er löst uns aus einer Wirklichkeit in eine andere ab.

In eine die uns gehört weil wir sie sind.

Durch ihn gehen wir in uns.


Das ist es was Zuhause oder Heimat wahrscheinlich bedeuten.

Etwas das nie verloren gehen kann weil es ewig ist.

Weil es unsere eigene Essenz und Energie ist.

Und eine Welt wie sie nur mit Licht geschrieben werden kann. Und Liebe.


Sonntag, 15. Oktober 2023

Es wartet mich und dich die Welt


Es schimmert weite Ferne

Es tanzen freie Sterne


Wenn es ineinander fällt


Fällt es sich frei



Freitag, 13. Oktober 2023

Sonnenfinsternis, Mondfinsternis- sehr wichtige schamanische Botschaft: Dunkles erlösen!

 


ich bin das tausendfach angestrahlte

nie gemeinte


ich bin das tausendfach gesehene

nie genannte


ich bin das analysierte

nie berührte


ich bin der bruch in deinem leben

ich bin das buch das du nicht lesen kannst

ich bin die fremde sprache

ich bin der mond


weit über allem stehend

aber unbewohnt


ich bin die träne hinter dunklem haar

ich bin die leiche aufgebahrt

ich bin der stern der für dich singt

ich bin alles was nach innen dringt


ich bin der nackte fuß auf dem asphalt

ich bin das gemalte gesicht

ich bin die motte im licht

ich bin das flüstern im wind

ich bin das alles was singt


ich bin der schnee bei dreißig grad

ich bin die melancholie die in die sonne starrt

ich bin der schmerz auf jeder party

ich bin das dröhnen von flügelschlägen

ich bin der sommerregen


ich bin dein letzter tanz

ich bin die rose die verblüht

ich bin das kinderjauchzen

ich bin der abgrund an dem du stehst

ich bin immer zu spät


ich bin die rettung die nicht greift

ich bin die hoffnungslosigkeit

ich bin dein erschüttern

ich bin dein erstaunen

ich bin dein wunder

das deine wunde birgt


ich fasse alle welt in tausend sprachen

und zerberste sie dennoch

wo alles ist was alles war

hier soll es frei sein

ich bin in ein Zerwürfnis gesetzt

so viele leiden am zu wenig

ich leide am zuviel


Leben stürzt über mich hinein wie tosende Wellen

ich habe nur meine Hand

kein Schild und kein Schutz


ich soll mich bewegen


wohin?


zwischen tausend Dingen die glitzernd auf dem Boden liegen

weine ich im Liegen

ich weiss kein einziges 


sie sind alle gleich

für mich


ich kann keine Entscheidung treffen

nicht für oder gegen etwas

nichts auflesen oder wegwerfen

nicht etwas jetzt nehmen, ein anderes später


ich habe die Orientierung verloren


mein Leben ist wie Bruch

alles liegt um mich verteilt


und das schlimmste ist

das ich selbst zerbrochen bin


wie soll ich ein Leben leben

das mir unverständlich bleibt

immer unvollständig


Splitter über Splitter


ich kann das Bild nicht fügen

nicht sehen

nicht erfassen

kein Muster und keinen Sinn


ich hab mich so sehr verloren


barfuß

hier

auf scherben

die ich bin

zwei Welten

die eine lacht, die andere weint

die andere zeigt sich fröhlich

während die andere depressiv versinkt


ich bringe die Wäsche in den Keller zur Waschmaschine

danach stehe ich an der Haustüre und sehe hinaus auf die Straße

sehe meine Nachbarn dort stehen, lachen und scherzen


kommt ein Impuls in mir zu ihnen zu gehen?

es kommt die Vermeidungsstrategie, Einfrieren...


dann gehe ich doch raus

ich versuche ein Lachen

versuche Witze


mein Körper fühlt verloren sein, Übelkeit

ein Sog nach Unten

Schwere

Schmerz


ich gehe zurück in meine Wohnung

dort ist eine andere Welt

die Musik läuft noch

melancholisch, fast zersetzend

schmerzhaft aber einladend weil so vertraut


ich kann dem Schmerz nicht davon laufen

aber mit ihm versinken auch nicht


wohin?



Donnerstag, 12. Oktober 2023

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind? …
Der weiß es wohl, dem Gleiches widerfuhr,
und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt, den eignen Tod, den stirbt man nur,
doch mit dem Tod der andern muss man leben.


(Mascha Kaléko)

 Ich bin ein stilles Durcheinander

Mittwoch, 11. Oktober 2023

ich hatte mich abgegeben

schwer depressiv

viertel nach sieben

an einem Freitagabend

es hatte etwas in Gang gesetzt

hatte in der Wirkung meinen Verstand zersetzt

oder meine Fähigkeit zu denken

und später im Verlauf

kam dazu eine Barriere

wie Sumpf

die mich unfähig machte

dir mein Innen zu übersetzen

ich hatte die letzten Kraftreserven irgendwann verbraucht

und blieb sprachlos und schweigend zurück

hier bei mir in meiner Welt


mein Vermittlungsorgan Sprache, schwieg

mein Innen wurde so fein und subtil

dass mein Verstand anhielt

und ich weiter ging, ohne ihn


wie soll ich mich dir sagen

oder gar in die Welt 

für mich selbst habe ich nur noch Musik und Tanz

manchmal ein Gemälde

es muss frei aus mir heraus wollen


ich habe selbst die Analyse fallen lassen.

in den Gruppen, die ich manchmal besuche

ist Analyse ein gern gesehener Gast

was soll ich dazu sagen?


wenn die Menschen sprachen

sah ich Bilder, Muster, Vernetzungen

ich spürte Energien, Verwicklungen und Blockaden

nur sprechen konnte ich aus dieser Art Erleben kaum


ich hatte es nie gelernt


und wie übersetze ich mich dir?


in meiner Gefühlswelt erschiehn Scham

Scham für mein "außerirdisch sein"

mein fremd und andersartig sein

vielleicht sogar nicht zugehörig


aber jeder ist sich selbst

wer gehört schon nicht dazu? und zu was?


also bleibe ich bei mir (wo sonst?)

und wünsche mir die Verwirklichung meiner Sprache zurück

die so erreicht wie mein Innen ist



Sonntag, 8. Oktober 2023

 


ich habe überlebt weil es möglich war


wie oft habe ich meine Hoffnung verloren.

wie oft war ich im Dunkel allein.

wie oft durchlitt ich qualvollen Schmerz.

wie oft war ich suizidgefährdet.

wie oft war die Qual so groß dass ich Gott um den Tod bat.

wie oft war ich orientierungslos.

wie oft war ich von äußerer Hilfe abhängig...


mein Überleben bestand aus der Möglichkeit es zu überleben.

da es irgendwo ein winziges Licht gab.

außen oder innen.

(wenn auch für mich zu dem Zeitpunkt nicht sichtbar)


manches Überleben erschien mir wie ein Wunder

deshalb glaube ich, Gott möchte das ich lebe


er hatte mir zur richtigen Zeit die richtigen Engel gesandt


er hat mich nicht allein gelassen - selbst wenn es sich so anfühlte

ich wäre nicht mehr da, hätte er mich alleine gelassen

er begleitete mich durch alles


nun bin ich mehrfach geprüft in verschiedenartigem Leid

und verschiedenartigem Überleben


was das Leben damit aus mir machen möchte weiss ich noch nicht genau

und wozu es dient(e) ...


hier bin ich.

wurzelnd, klärend, fühlend.. erhaben aber demütig


Lotusblumengleich

gehe ich aus dem Sumpf hervor

und tatsächlich bin ich unversehrt


da ist ein leuchtender Kern in uns

der unser wahres Wesen ist

der unzerstörbar, unverletzlich ist


die Seele ~


Freitag, 6. Oktober 2023

dein Leben ruht wie Wasser, stetig fließend, mit seiner Tiefe

mein Leben ist wie Wildwasser, an alle Ufer fließen, schäumend, sinkend und wirbelnd


beides hat seinen Tanz und seine Wirkkraft


mein Leben ist ein Tsunami, ein Teich, ein Bach, ein wilder Fluss...

die Ufer, die Böschung, spielen mit rein

die Sonne und jedes Wetter... bis zu den Sternen

alles ist meins - mein Leben


ich habe bekriegt und bekämpft und mich geschämt

weil es in Schatten lag

doch es ist meine Begabung


wenn ich mich lasse

wie ich sowieso schon bin


wenn ich mich mit allem anschaue

lasse und annehme

~ fließt es

und es fließt alles von selbst


dorthin wo es sein will



Donnerstag, 5. Oktober 2023

die Anwesenheit einer Katze


Du, Katze, die du in den Raum gezeichnet

und an uns Fragen stellst

die sich katapultieren

wo unser Herz schlägt


du anschmiegsame Zeitgenossen

du ins Bild gelebtes Wesen

du geheimnisvolle Anvertraute

auf deinen leisen Pfoten


aber vorallem;

in diese Nacht gemalt

die aus einzelnen verlorenen Gestalten bestand

ein Gähnen, ein müde auf den Bus warten

eine Gruppe noch wacherer Männer, mit Essenstüten

die schwachen Lichter am Busbahnhof

Kaugummi auf den Kacheln

ich mit Freude weil Musik auf den Ohren

aber Müdigkeit in den Knochen und mein Kopf will heim


du streichst um unsere Beine

wie als wären wir deine Anvertrauten

dein Blick ist klar und direkt auf mich gerichtet

wärend deine Pfoten zu mir gehen


die Nacht hat eine Gefährtin

eine gestreifte sanfte, rothaarige

eine die schnurrt wenn man sie streichelt

und eine die großen Hunger hat


Abwehr in den Blicken der Wartenten

oder große Freude

bei deiner Sichtung


manche bücken sich zu dir, gespannt

andere halte die Hände dir hin

ein Mann auf der Bank schaut missmutig

die Männer mit den Essenstüten sind in ihre Unterhaltung vertieft

ich schaue und staune

und staune und schaue dich an

alles ist so... verbunden

ich gehe in dich über und du in mich

wir sind zwei und eins gleichzeitig

es gibt nichts das anders sein müsste


und ich staune und ich streichle dich kurz

und ich gehe zum einfahrenden Bus

und schaue aus dem Fenster dich noch an

wie du dich setzt und dich putzt


und alles ist so wie es ist

lebendig, ein Standbild, eine Wandlung, ein Leben

ich weiss nicht


die Anwesenheit einer Katze


Mittwoch, 4. Oktober 2023

Tanz

veredelt

das Gefühl im Untergrund

hingebungsvoll

an eine fremd vertraute Melodie

impulsiv

in den Rhythmus 

ekstatisch

in den Raum

durch den Körper

Vibration

Genuss im Fluss der Bewegung

in wilden bunten Farben

gemaltes

Leben





Dienstag, 3. Oktober 2023

warum ich mit meinem Leben nicht durch und durch glücklich sein konnte hat eine relativ einfache Bewandtnis;


* ich bin nicht im hier und jetzt

* ich verwechsle mich mit meinem Körper und/oder mit meinen Gedanken und Emotionen

* ich habe etwas gegen das hier und jetzt oder hätte es gerne anders

* ich hänge in meiner Vergangenheit "fest"

* ich vertraue dem Leben/mir nicht

* ich kann mein Leben nicht zusammenhängend sehen

* ich versuche etwas krampfhaft über den Verstand statt mit allem zu fließen


Montag, 2. Oktober 2023

Sonntag, 1. Oktober 2023

Wie von Sternen her

Deine Augen, die leuchten

So klein, so echt, so unmittelbar

In deiner Präsenz


Du erinnerst an eine leuchtende Welt und Zeit


-


Hier bin ich

mit mir

hier

unsicher aber in etwas enthalten

in konditionierungen aber in meinem körper

zuhause aber ein wenig neben mir

müde aber bewusst


jetzt bin ich im aufbruch

das alte hinter mir lassen

das neue ufer in sicht


ich bin dankbar

für all die gnade die nun auf die erde fällt

  Leben nach dem Tod Diana Markus   · 4 S t d .   · Am Ende kehrt jeder Tropfen(Seele) in den Ursprung zurück. Das universelle Gesetz, das ...