"ach so ist die Welt!"
wenn ich das ausrufe vibriert etwas
Mama, ohje ich wachse.
Damit ging ich durch die nächtliche Stadt nach Hause.
Ich wachse. Ganz aus mir selbst.
Und aus einem guten Nährboden heraus.
Wenn auch ganz anders als gedacht oder gewünscht.
Ich bin auch nur eine Pflanze.
Aber ich wachse so völlig anders
dass ich das weder hätte denken, planen oder wollen können.
Alles verläuft verschnörkelt - und doch zusammen.
Ergibt ein ganzes mich.
Leben hat einen Plan.
Was ein Glaube war wird nun offensichtlich.
Ich verlasse das Aikido
und laufe mit dem Vollmond nach Hause.
Achso - so ist das Leben. Warum hat mir das niemand gesagt?
Meine Eltern jedenfalls nicht.
Ich habe ganz anderes gelernt weil mein Umfeld so ganz anders war.
Andere Grundbedingungen für ein Leben.
Anderer Nährboden.
In meinem Fall recht viel Wüste.
Und darin ging es um irgendwie überleben.
Wenig Wasser brauchen und die knallharte Sonne aushalten.
Die Wurzeln besonders tief graben um doch noch Wasser zu finden.
Und die Blätter, wenn auch innen so zart, brauchten einen Schutz.
Mein Normal, das ich auf die Welt projizierte, ich kannte nichts anderes, konnte nichts anderes glauben. Ich hatte nichts anderes wirklich tief gefühlt.
Mein Glaubensystem und meine tiefste Erkenntnis war
dass die Welt ein bedrohlicher Ort ist.
Und ich entwickelte Angst.
Insbesondere Angst vor Menschen.
In mir verletzt und harten Bedingungen ausgesetzt
war mein Leben eigentlich Vermeidung und Schutzinstallation.
Die notwendigen menschlichen Beziehungen soweit zulassen wie gerade noch möglich oder ausweichen oder selbst nicht gegenwärtig sein wenn sowas wie Nähe passiert.
Und jetzt? Steht da Leben und sieht mich an.
Vielleicht sind Menschen, vielleicht ist das Leben, ganz anders als ich glaubte. Vielleicht ist das was zu meiner Wahrheit gehörte
etwas das zutiefst überschrieben werden darf.
Und der Schrecken der damit einhergeht darf sich setzen.
Vielleicht darf ich mich weiten.
Mama ohje ich wachse..
Vielleicht darf ich mich strecken.
Und herrje, vielleicht darf ich sogar nach etwas greifen.
(aber jetzt wird es mir schon fast wieder zuviel.
Mein System läutet den ersten Alarm. Deshalb beende ich hier den Text).
Wachstum braucht Zeit.