2009 ist meine bisherige Daseinserfahrung aus den Angeln von Raum und Zeit gefallen.
Ich bin nie mehr wirklich zurück gekehrt.
Ich blickte damals in einem Februar einem Menschen in die Augen
und war darin Zuhause.
Es war das erste mal in meinem Leben das ich da war.
Wirklich da war und gleichzeitig war ich in der Ewigkeit Zuhause.
Ich erinnerte mich wieder an die Ewigkeit... und gleichzeitig verlor der Verstand an Bedeutung. Genauso wie Raum und Zeit.
Es ist schwer darüber zu schreiben oder davon zu sprechen
aber ich möchte es versuchen.
Es war so intensiv das es kaum auszuhalten war.
So plötzlich war in meinem Leben Magie.
Alles war verändert.
Ich war einfach Zuhause.
Ich fühlte dass diese Verbindung ewig war... unabhängig von Geburt und Tod und schon immer existierte.
Liebe der alle Worte fehlen.. weil es dafür keine Worte gibt.
Und den anderen sehen... mit der Seele.
Jede Berührung war wie ein Stromschlag...
wir wussten nicht was mit uns geschah. Wir waren wie Kinder.
Beim ersten Kuss hatte ich das Gefühl als würde die Erde still stehen. Als hätten sich Galaxien geküsst. Eine Erfahrung die in eine andere Dimension reichte... und die Erderfahrung transzendierte.
Es war kein verliebtsein in uns, keine Schmetterlinge im Bauch.
Es war ein fremdartiges und zugleich tief vertrautes Gefühl.
Er konnte mich sehen wie ich wirklich bin.
Nichts lehnte er an mir ab. Alles war vollkommen an ihm und mir.
Nur unsere Blockaden und Ängste und ungelösten Traumata wurden radikal gespiegelt.
Die Verbindung war unlösbar... und der Schmerz kaum haltbar.
Er entschied sich für den Tod und ich blieb verwundet am Leben.
Lange war ich in einer anderen Welt... ich sah ihn, bei der Beerdigung,
ich sah ihn in meiner Wohnung, ich fühlte seine Umarmungen, manchmal stand er neben mir und hielt meine Hand. Die telepathische Verbindung blieb. Nur mit ihm auf diese Weise lachen und erleben und mich mit ihm körperlich geborgen fühlen, mit ihm weinen und ich ihn so ansehen... oder ihn berühren.... all das konnte ich nicht mehr.
Es dauerte viele Jahre.... es waren 14 Jahre...
Psychosen, Gottes-Gespräche, verschiedene Therapien, teils schwere Depressionen, das Gefühl von Leere und zuletzt mein Entschluss zum Suizid...
Ich empfand ohne ihn keinerlei Sinn in meinem Leben.
Er war die Liebe meines Lebens. Jede Beziehung mit anderen Menschen, gleich welcher Art, hatte im tiefsten Inneren etwas Leeres.
Ich traf niemanden der mich, ihn oder den Schmerz fühlen konnte.
Niemanden der dafür ein Worte hatte... oder ein ähnliches Erleben kannte.
Und niemanden der meine Seele sehen ganz sehen konnte und mit dem alles so natürlich war wie mit ihm.
Ich blieb isoliert. Und lebte in einer Traumwelt.
Ein Teil von mir suchte ihn und verweigerte die Gegenwart.
Zu schmerzhaft ohne ihn zu sein.
Bis zum Entschluss ihm zu folgen. Weil mein Vertrauen in uns größer war als in das Leben das ich leben sollte.
Aber ich bin nicht gestorben.
Im Wald suchte ich Gott.
Und fand mich an der Stelle, dass ich erlebte
dass ich mir selbst keine Gewalt antun konnte, genauso wie niemand anderem. Zuletzt war es mein Begleiter, der so etwas wie ein Geistführer ist, der mich abhielt. In seiner ruhigen Klarheit... und seinem Wissen über das Leben. Seiner absoluten Authentizität und seines eigenen beeindruckenden Weges... ich konnte nicht zweifeln. Er holte mich heim.
In mich selbst. Auf vielen Wegen, Gesprächen... mit meinen tausenden Fragen konfrontiert... geduldig wie ein Fels in der Brandung,
ohne Urteil, Wertung oder Erwartung an mich.
Mich immer frei lassend aber mich nie aufgebend.
Er hat meine absolute Hochachtung.
Und auch alle meine Begleiter und Freunde auf all meinen Wegen.
Alle wertvollen Impulse und Synchronizitäten die ich erlebte und erfassen durfte. Meine immer stärker werdende Intuition und mein nahezu schmerzhaftes Feingefühl für meinen Körper.
Meine große Offenheit der Wahrnehmung und des Geistes.
Die aber ein Leben in der Außenwelt nahezu unmöglich machten.
Meine vielen Ideen, die manchmal beneidet wurden, aber letzendlich nur im Moment mit einem Gegenüber lebendig wurden, und alleine für mich sich in tausenden Impulsen verloren die jede Handlung unmöglich machten weil die Priorisierung fehlte und in meinem Geist Verwirrung hinterließen.
So viel Möglichkeit und Staunen in mir über die Welt.
Ich wollte nahezu alles leben. Aber eigentlich nichts.
Alles irgendwie aber eigentlich sterben.
Ich erlebte mit der Zeit die Wahrheit über mich - ich war in alle Welt verteilt. Und hatte keine Mitte. Kein konstantes Selbstgefühl.
Unterschiedliche und verschieden schwere traumatischer Erfahrungen führten bei mir zu unzähligen Abspaltungen meiner Selbst - um zu überleben. Die Bewusstwerdung erschreckte mich zutiefst und lange negierte ich all das um mich dem Schmerz nicht stellen zu müssen,
mir fehlte dafür die Kapazität.
Mein geduldiger Begleiter war tatsächlich der Einzige der mich auf machbare Lösungswege hinwies und sie mich auch lehrte.
Er führte mich, in meinen Verwirrungen, auf mich selbst zurück und klärte mein Feld auf. Ich bin ihm sehr dankbar.
Mein geduldiger bester Freund leihte mir unglaublich viel Zeit in der ich mich sortieren und reflektieren konnte. Auch ihm bin ich sehr dankbar.
Und eine liebe Freundin fühlte mich mit ihrem großen sanften Herzen.
Letzendlich liegen nun hinter mir viele harte Tage.
Inzwischen sind es Wochen.
Aber ich zähle sie nicht.
Ich begann das erstemal ernsthaft zu arbeiten.
Alles andere war Therapie und waren Gespräche und ein paar Techniken. Aber keine Integration.
Ich wusste nicht einmal das Integration möglich ist. Ich hatte es nicht im Erleben.
Ich forsche seit bald über 20 Jahren über Trauma, Traumaheilung und alles begann mit den Büchern von Alice Miller.
Ich wollte damals meine Eltern verstehen... und ihre Eltern.
Ich wollte verstehen woher das Destruktive in der Welt kommt.
So begann mein Weg der mich aus dysfunktionalen Beziehungen löste
und letzendlich meine Wurzeln schnitt... ich war alleine.
Und der Raum der ich war war unheimlich.
Introjekte, Konditionierungen, Programme und etliche Selbstanteile spukten durcheinander. Mein Verstand war im Chaos und gleichzeitig mein Feind.
Ein anstrengendes Leben für mich selbst und mein Umfeld.
Man nannte mich sprunghaft.
Heute bin ich nur noch lebendig.
Ich fühle mich selbst anders.
Die Arbeit begann mit Neurofeedback und Ergotherapie.
Mit DBT Therapie - ohne Erfolg.
Psychopharmaka - ebenfalls erfolglos.
Dann SE (somatic experciencing) das mich aus 20 jähriger primärer Dissoziation schlagartig herausholte...
und ich war urplötzlich mit einer krassen inneren Unruhe und kaum aushaltbaren Gefühlen konfrontiert. Völlig unvermittelt.
Verzweifelt an meine Therapeutin gewandt meinte diese "Nun wissen Sie warum sie so lange dissoziiert waren".
Viel Arbeit liegt hinter mir. Die schwerste tat ich völlig alleine in den letzten Wochen. Manchmal waren es Stunden am Tag, oder auch ganze Nächte. Schmerzen am ganzen Körper. Nervenschmerzen, höchster Stress, Unruhe... das Gefühl verrückt zu werden... und das andere entzieht sich meiner Worte.
Ich kann kurz sagen das ich mit SE arbeite,
mit Ki, mit Meditation, Tanz, Ansätzen von Yoga :-)
mit Reiki, mit Tieren, mit Waldbaden, Kampfsport,
singen und jammen, ich schätze Eckhart Tolle und Safi Nidiaye, Mike Hellwig, Dami Charf und Verena König, Peter Levine und Gabor Maté. Astrologie und Spiritualität begleiten mich und ich beschäftige mich intensiver mit Ernährung und Heilung auf verschiedenen Ebenen. Aber vorallem spüre ich einfach.
Ich lernte Selbstanteile über Gefühle und auf Seelenebene zu integrieren.
Radikale Akzeptanz wird mich noch länger begleiten.
Und heute ist klar dass die ganze Menschheit ihr Urvertrauen heilt.
Damit tritt der Verstand wieder in den Hintergrund und die Seele übernimmt. Alles führt wieder in die Mitte und den Urzustand.
Manche nennen es "goldenes Zeitalter".
Eigentlich ist es egal wie man es nennt. Aber ich glaube jeder spürt inzwischen Veränderungen an sich selbst...
Halleluhja, und wir sind alle dabei :-)