Donnerstag, 5. Oktober 2023

die Anwesenheit einer Katze


Du, Katze, die du in den Raum gezeichnet

und an uns Fragen stellst

die sich katapultieren

wo unser Herz schlägt


du anschmiegsame Zeitgenossen

du ins Bild gelebtes Wesen

du geheimnisvolle Anvertraute

auf deinen leisen Pfoten


aber vorallem;

in diese Nacht gemalt

die aus einzelnen verlorenen Gestalten bestand

ein Gähnen, ein müde auf den Bus warten

eine Gruppe noch wacherer Männer, mit Essenstüten

die schwachen Lichter am Busbahnhof

Kaugummi auf den Kacheln

ich mit Freude weil Musik auf den Ohren

aber Müdigkeit in den Knochen und mein Kopf will heim


du streichst um unsere Beine

wie als wären wir deine Anvertrauten

dein Blick ist klar und direkt auf mich gerichtet

wärend deine Pfoten zu mir gehen


die Nacht hat eine Gefährtin

eine gestreifte sanfte, rothaarige

eine die schnurrt wenn man sie streichelt

und eine die großen Hunger hat


Abwehr in den Blicken der Wartenten

oder große Freude

bei deiner Sichtung


manche bücken sich zu dir, gespannt

andere halte die Hände dir hin

ein Mann auf der Bank schaut missmutig

die Männer mit den Essenstüten sind in ihre Unterhaltung vertieft

ich schaue und staune

und staune und schaue dich an

alles ist so... verbunden

ich gehe in dich über und du in mich

wir sind zwei und eins gleichzeitig

es gibt nichts das anders sein müsste


und ich staune und ich streichle dich kurz

und ich gehe zum einfahrenden Bus

und schaue aus dem Fenster dich noch an

wie du dich setzt und dich putzt


und alles ist so wie es ist

lebendig, ein Standbild, eine Wandlung, ein Leben

ich weiss nicht


die Anwesenheit einer Katze


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