Mittwoch, 6. Mai 2026

Um mich herum stehen die Dinge die ich vermeide

und schauen mich mit großen Augen an.

Nachts im Zimmer beginnen sie zu singen.


Ich versuche mich aufzuwecken

bis ich bemerke das ich wach bin,

dann versuche ich einzuschlafen.

Irgendwie entkommen.


Ich bin auf der Flucht.


Auf der Flucht vor einem Leben dem ich nicht gewachsen scheine.


Die Drogen stehen auf dem Nachttisch.

Sie singen nicht. Aber sie stehen da, loyal.

Fast wie Freunde.


Der Arzt ist mein Dealer.


Ein Schmunzeln huscht über mein Gesicht.

Ist das nicht grotesk?


Ich drehe mich zur Wand.

Der Vollmond darf meinen Rücken bescheinen.

Ich habe gerade keine Lust auf Licht.


Der Gesang wird etwas milder.

Die Dinge beginnen müde zu werden.

Mein Vermeidungsverhalten ist verfestigt.

Ich weiss; Depression.

Sie sitzt schon wieder vor meiner Türe.

Dick und unbeweglich mit dem immer wieder

mitleidserregenden Blick.

Also bitte ich sie herein.

Sie plumst vor mein Bett.

Ich schenke ihr eine Decke.

Ich kann sie nicht alleine lassen.

Sie kuschelt sich ein.

Wenigstens das, murmle ich und schlafe langsam ein.


Ich gleite über in diese andere Welt...

frei von meinem Körper und allen Räumen dieser Zeit.






"Ich hasse die ganze Welt in der ich jeden Tag leben muss,

sie überfordert und unterfordert mich"

sie legt müde ihren Kopf auf ihre Knie und schaut traurig aus dem Fenster.


Es regnet.

Niemand ist überrascht.


Ihre Stimmung und das Wetter sind kompatibel.


Ich streife sanft über ihre Haare und schaue mit ihr in die Welt.

"Ich weiss... " sage ich leise. Und mein Körper antwortet mit einem tiefen Atemzug.


Die Hündin liegt ganz nah an Marie geschmiegt.

Ihre Augen sind geschlossen und man hört ihre Atmung.

Ich habe manchmal das Gefühl dass Marie und Bella intuitiv verbunden sind. 


Jetzt regnet es in Strömen.


Marie zittert und weint. 

"Ich kann nicht mehr, verstehst du? Ich kann einfach nicht mehr"

Sie reisst die Decke von sich und schaut mich wütend an.


Ihr Blick ist so direkt und tief dass ich kurz auf den Boden schauen muss.

"Es tut mir so leid..."

"Du hast keine Ahnung. Wirklich!"


Sie steht auf und greift das Wasserglas vom Tisch

und wirft es gegen die Wand.

Alles zerspringt in tausend Glasscherben.

Bella schrickt auf.


Panik ist im Raum.

"Marie!!!" und ich merke mir versagt die Stimme.


Ich verstehe sie...aber fühle mich hilflos.

Wie gerne würde ich ihr eine andere Welt bieten als diese hier.


Schnell schalte ich und laufe ihr in ihr Zimmer hinterher.

In solchen verzweifelten Zuständen kommt es manchmal vor

dass sie sich selbst verletzt. 

Ich nehme sie fest in die Arme und halte sie umarmt.

Sie weint "Lass mich, lass mich...sterben"

"Sch... Schatz... ich halte dich gerade... spürst du?

Ich bin da. Ich verspreche dir wir finden eine Lösung.

Du musst das nicht mehr aushalten. Es tut mir so leid."

Traurig überrollt mich ebenfalls. Und Wut,

Wut darüber in einer Welt leben zu müssen die so fremd ist,

so kalt und so schwierig für uns zu verstehen.

Die Anpassungsleistungen die wir jeden Tag erbringen müssen

erschöpfen unsere Reserven, nehmen alles.

Vorallem die Lebensfreude.


Was ist der Sinn von so einem Leben?

Manchmal bete ich zu Gott, spreche.. warte auf Antworten..


Ich konnte von Marie von klein auf verstehen...

denn ich war und bin ihr sehr ähnlich.

Und ich verstehe wie schmerzhaft das Gefühl ist

von niemandem verstanden zu werden.

Es ist grauenvoll. Denn das nicht verstanden werden

ist real. Mehr als ein Gefühl.

Eine Realität mit der wir Leben müssen,

wir, neurodivergente Menschen in einer neurotypisch konstruierten Welt.

Die Menschen um uns herum verstehen nicht woran wir leiden.
"Reiss dich mal zusammen, denk mal positiv, sei halt nicht so"..

sind die dämlichen Sätzen die wir hören. Und das sind noch die freundlichsten.


Was sollen Kinder sagen?

Von Anfang irgendwie anders.

Aber sie wollen dazu gehören.


Am glücklichsten ist Marie in ihrer eigenen Welt.

Und ich lasse sie dort wann immer es geht.

Sie liebt unsere Hündin Bella

und kann stundenlang mir ihr in den Himmel schauen,

auf der freien Wiese liegend. 

Manchmal habe ich das Gefühl sie unterhalten sich...

auf einer intuitiven Ebene.

Während ich koche schaue ich manchmal zu ihnen

und stelle erstaunt fest wie sich beide immer wieder zeitgleich anblicken und es erscheint als hätten sie sich einen Witz erzählt den nur sie beide verstehen.


Es ist schön so ein besonderes Kind zu haben.

Sie hat eine große Phantasie und Kreativität.

Ich bin auch sensitiv und spüre manchmal dass wir Gäste in der Wohnung haben die keinen festen Körper haben.

Marie begrüßt sie und lädt sie zu Gesprächen ein

denen ich meist beiwohne.







Dienstag, 28. April 2026

Ich suche mein Leben.

Alles geht unter, immer wieder unter

wie in Gischt... stürmt und türmt sich auf, verschluckt

was noch gewesen ist.


Der Halt bricht zwischen den Fingern

wie Mörtel, ist Sand. 

Die Hände bluten von den schneidenden Steinen

die Halt versprechen... aber alles ist scharfkantig.


Ich tauche ab um wieder aufzutauchen.

Suche Luft, nocheinmal atmen.

Sehe den Himmel so nahe.

Höre Geschrei.

Ich geh unter... schlucke in Panik das Wasser.


Es ist schreiendes Chaos.

Bis ich einfach aufgebe...


Ich lass die Steine los... halte mich nicht mehr fest.

Ich lass mich treiben...untergehen.. manchmal treibe ich an die Oberfläche..

es geht alles von selbst

in diesem scheinbaren Chaos..


Die Ordnung der Dinge

erschließt sich nie in Panik merke ich still..


Ich vertraue mich dem an was ich nicht verstehe.

Es ist wie Verrücktwerden

nur dass es so still ist.

Die Angst ist nicht weg.

Flutet den Körper in Wellen.


Alles trägt mich.

Selbst das Chaos.


Und ich sehe den Himmel wieder,

unverhofft.

So klar und hell...

Die Sonne scheint in mein Gesicht

als hätte sie eine Botschaft..

als wäre sie ein Wesen

das mit mir spricht.


Ich bin dankbar.

Ich habe alles losgelassen

und fühle mich plötzlich getragen

vom Leben selbst.


 

Montag, 27. April 2026

 you are worthy of all the love in the universe

Sonntag, 26. April 2026

"Ich habe Angst mein Leben zu verpassen"

"Du bist das Leben".

"Ich habe Angst einen falschen Weg zu gehen oder ihn zu verfehlen"

"Du bist der Weg selbst. Er entsteht durch dich. Aber es gibt kein zweites im Grunde. Du bist das alles"



Lass die Welt schreien

Sie ist nicht für dich

Wir halten inne im Raum von Zeit

Ihre Nichtexistenz ist nur ein blasser Schimmer

In der zarten aber kraftvollen Ewigkeit

Selbst die Welt - welche Welt?

Als mein Verstand der malt und glaubt und für real hält...


Die Angst meiner Vorfahren

Tangiert mein System


Ich atme

Hallo Angst


Ich atme

Und dort wo Stille ist

Ist mein ich bin


Warum ich mich nicht sehen kann
Warum ich mich nicht finden kann

Wie soll das gehen

Ich suche mich

Unmöglich mich zu finden

Als immer nur zu erkennen;

ich bin



Wir stehen angelehnt an den Pfeilern und sehen die Schiffe sinken und wie Sterne winken. Irgendwie so und irgendwie dort kann man ja kaum un...