Mittwoch, 28. Dezember 2011

sie haben uns gefunden
als wir auf dem harten asphalt lagen
zusammen gesunken in unserem schmerz

wer stellt die uhr?

"es gibt kein erwachen" flüstert das namenlose

wir zeichnen ein bild
augenblick

hätten die schattengespenster nur stimmen

irgendwann wird die sicht wieder weicher
nebel?

einer legt mit dem boot an
an land

ein neues jahr?

bald

meine schritte sind zaghaft
ich schwanke
bin bemüht
mich zu halten
so ganz allein

ich bin schwanger
immer noch
seit vielen vielen jahren

die wehen sind dauergast in mir

mir scheint
der harte asphalt winkt mich zu sich

eine pfütze
wasser spiegelt mich

tränenschleider behindern mir die sicht

ich wende mich ab
unbeirrt diesmal

ja das muss nebel sein

tastend....

heute trage ich mein haar offen
nur diesmal

und der mann
der endlich land gefunden hat
kommt auf mich zu

"ein neues jahr" sagt er lächelnd
er ist jünger als ich dachte

ich lächle nicht
unter keinen umständen

dumpfe gedanken poltern durch meinen geist
ich schenke ihnen keine aufmerksamkeit

ich brauche einen schuss
unbedingt einen schuss

und der mann weiss das

und jetzt wissen es alle

ich weine....
und sehe mich ihm die hand reichen

warum tu ich das?

irgendwo tickt eine uhr.
"ah, er hat die uhr gestellt"
rufe ich erleichtert aus

lächelnd nimmt der mann meine hand in seine hände
"es ist die sucht, nicht wahr?"

"die wehen sind dauergast" flüstere ich

fast werde ich wieder zu einem wir
aber wir halten uns zusammen

"die uhr..." flüstert er

wir lauschen andächtig dem universellen ticken
alles sekundenschläge für ein nichts

etwas wimmert
irgendwo dort hinter den bäumen

so alleine?

"mein kind!!" rufe ich aus
"mein ungeborenes kind!"

wirre dinge jahrelang
und nun ist es da
meine sucht
am leben

"im wunderland alice, im wunderland"
verkündet der mann lächelnd
zahnlos

plötzlich wirkt sein gesicht unendlich alt
tiefe falten durchfurchen sein gesicht
dann fällt alles zusammen
nicht mehr als ein gerippe
irgendwann staub

der mann den ich liebte?

ich war auf der flucht
die illusionen

nur sein
nicht scheinen

und mehr als ein traum in einem traum?

das kind dass ich nie gebar
lebt in mir

die wehen zeugen davon

das kind ist von gott

und nun muss ich doch lächeln
sternenstaub auf mein langes dunkles haar

"oh wie schön" rufe ich aus
und betrachte mond und sterne

"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben,
die lachen können."

danach ist es wieder still

wer hat mit mir gesprochen?

"Kein Wesen kann in Nichts zerfallen,
das Ewige regt sich in allem"

ich verbeuge mich
der vorhang fällt

2 Kommentare:

hasi hat gesagt…

:)

Leuchtfarben hat gesagt…

danke hasi :)
freut mich dass du mich liest

  Leben nach dem Tod Diana Markus   · 4 S t d .   · Am Ende kehrt jeder Tropfen(Seele) in den Ursprung zurück. Das universelle Gesetz, das ...