sie haben uns gefunden
als wir auf dem harten asphalt lagen
zusammen gesunken in unserem schmerz
wer stellt die uhr?
"es gibt kein erwachen" flüstert das namenlose
wir zeichnen ein bild
augenblick
hätten die schattengespenster nur stimmen
irgendwann wird die sicht wieder weicher
nebel?
einer legt mit dem boot an
an land
ein neues jahr?
bald
meine schritte sind zaghaft
ich schwanke
bin bemüht
mich zu halten
so ganz allein
ich bin schwanger
immer noch
seit vielen vielen jahren
die wehen sind dauergast in mir
mir scheint
der harte asphalt winkt mich zu sich
eine pfütze
wasser spiegelt mich
tränenschleider behindern mir die sicht
ich wende mich ab
unbeirrt diesmal
ja das muss nebel sein
tastend....
heute trage ich mein haar offen
nur diesmal
und der mann
der endlich land gefunden hat
kommt auf mich zu
"ein neues jahr" sagt er lächelnd
er ist jünger als ich dachte
ich lächle nicht
unter keinen umständen
dumpfe gedanken poltern durch meinen geist
ich schenke ihnen keine aufmerksamkeit
ich brauche einen schuss
unbedingt einen schuss
und der mann weiss das
und jetzt wissen es alle
ich weine....
und sehe mich ihm die hand reichen
warum tu ich das?
irgendwo tickt eine uhr.
"ah, er hat die uhr gestellt"
rufe ich erleichtert aus
lächelnd nimmt der mann meine hand in seine hände
"es ist die sucht, nicht wahr?"
"die wehen sind dauergast" flüstere ich
fast werde ich wieder zu einem wir
aber wir halten uns zusammen
"die uhr..." flüstert er
wir lauschen andächtig dem universellen ticken
alles sekundenschläge für ein nichts
etwas wimmert
irgendwo dort hinter den bäumen
so alleine?
"mein kind!!" rufe ich aus
"mein ungeborenes kind!"
wirre dinge jahrelang
und nun ist es da
meine sucht
am leben
"im wunderland alice, im wunderland"
verkündet der mann lächelnd
zahnlos
plötzlich wirkt sein gesicht unendlich alt
tiefe falten durchfurchen sein gesicht
dann fällt alles zusammen
nicht mehr als ein gerippe
irgendwann staub
der mann den ich liebte?
ich war auf der flucht
die illusionen
nur sein
nicht scheinen
und mehr als ein traum in einem traum?
das kind dass ich nie gebar
lebt in mir
die wehen zeugen davon
das kind ist von gott
und nun muss ich doch lächeln
sternenstaub auf mein langes dunkles haar
"oh wie schön" rufe ich aus
und betrachte mond und sterne
"Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben,
die lachen können."
danach ist es wieder still
wer hat mit mir gesprochen?
"Kein Wesen kann in Nichts zerfallen,
das Ewige regt sich in allem"
ich verbeuge mich
der vorhang fällt
2 Kommentare:
:)
danke hasi :)
freut mich dass du mich liest
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