Freitag, 31. August 2012

~ den Herbst atmen ~


Herbsttag

HERR: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;

Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke




(Vivaldi, vier Jahreszeiten. Herbst und Winter)

Keine Kommentare:

Wir stehen angelehnt an den Pfeilern und sehen die Schiffe sinken und wie Sterne winken. Irgendwie so und irgendwie dort kann man ja kaum un...