Er war aus Gewohnheit ständig damit beschäftigt zu leiden.
Die Käfigtüren waren bereits aufgeschlossen, die Freiheit rief ihn, doch er verharrte und litt königlich.
Er rief seine Freunde an, aus der Ecke seines Käfigs, und debattierte
mit ihnen darüber, warum es ihm Angst machte den Käfig zu verlassen.
Warum es vielleicht besser sein könnte, im Käfig zu bleiben. Solange,
bis er vielleicht von selbst verschwand. Oder bis er erkannte, dass da
nie ein Käfig gewesen war. So lange jedoch wollte er sich nicht bewegen,
denn davor hatte er aus Gewohnheit wahnsinnige Angst.
Dann kam einer und sagte, dass es für manche Menschen ganz recht sei, im Käfig zu bleiben.
Freiheit sei eben auch nicht gerade das Einfachste. Er solle einfach nur ehrlich sein und dann eben im Käfig bleiben.
Er schluckte etwas, aber im Prinzip hatte der andere ja recht. Für ihn
war die Freiheit bestimmt nicht gemacht, denn er fand an ihr keine
Freude. Nur in Gedanken wollte er frei sein, die Realität ist jedoch ein
hartes Stück Brot.
Und dennoch, da war etwas worunter er litt. Etwas, das in ihm
unaufhörlich knarzte und ihm sagte, dass hier etwas nicht stimmte. Ganz
und gar nicht stimmte! Er machte sich etwas vor.
Auch das nahm er aber in Kauf. Alles war besser, als diese komische
ungewisse riesengroße Freiheit zu erleben, in der man doch nur verloren
gehen konnte!
Er hatte Glück, dass er ein paar gute Freunde hatten, die ihm Medizin
brachten um das Leiden ein bisschen erträglicher zu machen. Mit paar
Tabletten und ab und zu etwas Alkohol war das Leben im Käfig ja gar
nicht so schlecht. Wenn er Glück hatte, gabs sogar TV, dann konnte er
sich sogar von sich selbst ablenken. In diesen Momenten konnte er das
mit der Freiheit sogar völlig vergessen, und war dann sogar fast
glücklich. Beinah war es dann, als wäre er sogar frei, dort allein in
seinem Käfig.
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