"hast du die magie gesehen?"
sie schüttelt den kopf
langsam wird es frostig
der winter klopft schon an
irgendwo heult ein wolf
allein
"komm, wir machen ein feuer an"
es wird wärmer innen
denn sie wärmt sich selbst
und die decke die sie umgibt
ist wie ein wattepelz
die unruhe vertreibt sie mit zögern
sie weiss überhaupt nichts vom schnee
es wird ihr erster sein
keine stimme die ihr widerspricht
auch wenn es nacht wird
hat sie keine angst
vielgestaltige wahrheiten
purzeln durch ihren geist
manchmal heiter
zuweilen tieftraurig
sie ist wie der wolf
alleine. ohne die selben
und starrt hinaus
erste schneeflocken
ein kleiner tanz
der hauch ihres atems
bleibt an der fensterscheibe zurück
allein sein ist weniger schlimm
als unter den Menschen einsam zu sein
sie erzählen einander so viel
und alles wirkt wie hinter glas
nichts kommt davon bei ihr an
die worte sind wie leere hülsen
auf der erde machen sie noch einen kurzen ton
kann man den schnee hören?
sie hat sich so bemüht
die menschen zu verstehen
hingehört, weggehört
darunter gesehen, dahinter gefürchtet
dazwischen gefragt und darin gesucht
das fremde dass dann auf ihr lag
erschiehn ihr wie ein stempel
auf ihrer stirn
wenn sie allein ist
ist es ein stern
das feuer knistert leise
innen hat sie freunde zu gast
oft weiss sie davon nichts
zu sehr denkt sie an die menschen
sie vergleicht sich und versteht nicht
und dieser stern auf ihrer stirn
was ist das?
manchmal ist sie so fern
dass sie nichtmal ihren stern
erkennen kann
jemand seuftzt
ein wind hat sich befreit
und säuselt durchs haus
das holz im feuer knackt
jetzt schneit es wirklich
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