Freitag, 14. August 2020

"hast du die magie gesehen?"
sie schüttelt den kopf

langsam wird es frostig

der winter klopft schon an

irgendwo heult ein wolf

allein

"komm, wir machen ein feuer an"

es wird wärmer innen

denn sie wärmt sich selbst

und die decke die sie umgibt
ist wie ein wattepelz

die unruhe vertreibt sie mit zögern


sie weiss überhaupt nichts vom schnee

es wird ihr erster sein

keine stimme die ihr widerspricht


auch wenn es nacht wird

hat sie keine angst

vielgestaltige wahrheiten 

purzeln durch ihren geist

manchmal heiter

zuweilen tieftraurig

sie ist wie der wolf

alleine. ohne die selben

und starrt hinaus


erste schneeflocken

ein kleiner tanz

der hauch ihres atems

bleibt an der fensterscheibe zurück

allein sein ist weniger schlimm

als unter den Menschen einsam zu sein

sie erzählen einander so viel

und alles wirkt wie hinter glas
nichts kommt davon bei ihr an

die worte sind wie leere hülsen

auf der erde machen sie noch einen kurzen ton

kann man den schnee hören?


sie hat sich so bemüht

die menschen zu verstehen 

hingehört, weggehört

darunter gesehen, dahinter gefürchtet
dazwischen gefragt und darin gesucht

das fremde dass dann auf ihr lag

erschiehn ihr wie ein stempel
auf ihrer stirn

wenn sie allein ist

ist es ein stern

das feuer knistert leise


innen hat sie freunde zu gast

oft weiss sie davon nichts

zu sehr denkt sie an die menschen

sie vergleicht sich und versteht nicht

und dieser stern auf ihrer stirn

was ist das?

manchmal ist sie so fern

dass sie nichtmal ihren stern
erkennen kann

jemand seuftzt


ein wind hat sich befreit

und säuselt durchs haus

das holz im feuer knackt


jetzt schneit es wirklich








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