Montag, 27. September 2021

Die Welt ist ein dynamischer Spiegel unseres Inneren. Viele erleben sie noch als ein festgefügtes Außen – und reagieren auf das, was außen geschieht. Sie erleben Fremdsteuerung in einer Welt, die ständig in ihr Leben eingreift. Dabei kreieren wir unseren Kosmos von innen nach außen und prägen selbst die Welt, die wir erleben.

Wir gestalten die Welt kollektiv und individuell. Kollektiv haben wir viele Strukturen erschaffen, die uns nicht wirklich gut dienen. Das ist so, weil wir sie aus dem inneren Zustand des Mangels heraus erschaffen haben. Wir denken, es sei nicht genug für alle da und das Leben sei ein Kampf und Wettbewerb. Wir fühlen uns leer und machtlos, unvollständig und getrieben auf der Suche nach dem, was uns endlich nährt und ganz macht. Wir mißtrauen dem eigenen Körper, unseren Gefühlen und unserer Intuition. Aus dieser nie wirklich befriedigenden Jagd heraus sind Kapitalismus, Hierarchien und einseitig verkopfte Strukturen in Wirtschaft, Bildung und Medizin entstanden. Wir erleben jedoch seit einiger Zeit, dass das lineare Maschinendenken an seine Grenzen stößt, wo es zwar materielle Fülle erzeugt – aber dabei zu viel Lebendiges zerstört – und uns schlicht nicht glücklich macht. Das Paradox: nur wenn wir annehmen was ist können wir wirksam neu gestalten.
Nun ist eine gute Zeit, um aus uns heraus eine neue Welt mit besseren Strukturen zu erschaffen. Mit echtem Zusammenhalt und Respekt vor allem Lebendigen. Denn die alten Strukturen zerbröckeln gerade – und machen vor dem Abgang nochmal wichtiges Getöse. Dabei können wir sowohl im Außen arbeiten als auch innerlich. Wir sind nicht umsonst genau jetzt hier. Wir haben uns hier verabredet und finden unsere Verbündeten.
Individuell erschaffen wir unser subjektives Erleben der Welt. Denn wir entscheiden in jedem Moment, wohin sich unsere Aufmerksamkeit wendet. Entweder wir haben eine Zielvision wie wir leben möchten – dann erlauben wir unserem Unbewussten sowie der geistigen Führung alles in die Wege zu leiten, damit sich diese Vision realisiert. Zugleich bleiben wir offen dafür, dass das Leben manchmal eine bessere Idee hat. Und verstehen den jetzigen Moment als perfekte Grundlage. Etwas anderes steht ohnehin nicht zur Verfügung, daher ist es sinnvoll sich mit dem Jetzt anzufreunden. Oder wir wollen gar nichts mehr und nehmen jeden Tag als das Geschenk, das er ist. Und überlassen uns dem Fluss des Lebens – wie und wohin es auch mäandert. Es ist alles schon wunderbar. Wenn wir unsere Gedanken darüber, dass wir es gerne anders hätten, beiseite räumen fangen wir an, die leuchtende Fülle zu sehen.


(Dominik Umberto)

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