mein Tod klopft an
er steht schon vor der Tür
ich schieb ihn weg und schau ihn nicht an
und er wartet geduldig
ob ich mit ihm Freundschaft schließe oder nicht
nimmt er mich mit
die Menschen in der Stadt leben wie immer
und ich bin schon zwischen den Welten so sehr
ist es Glück? ist es Entlastung das Gott mich heim nimmt?
es ist früh. Sehr früh.
ich plane nicht mehr mein Leben für lange Zeit
ich rechne nicht mehr mit dem alt werden
ich plane keine Familie zu gründen oder eine Partnerschaft
ich plane kein Studium oder einen neuen Beruf
ich plane nicht einmal mehr wirklich einen Umzug
ich mache keine Chemotherapie mehr
ich leide an unzähligen Zivilisationskrankheiten
die andere nicht merken
aber mein Körper und mein Nervensystem sind so fein
das sie leiden und alle spüren was geschieht im kollektiven Feld
ich leide kurz gesagt an Stress - chronifiziert
mein Geist und meine Seele finden die Heimat nicht hier
wir kennen eine andere Welt
sie ist weich und leicht und frei
ich lebe in den Tod hinein
jeden Tag
wie den letzten
nocheinmal Sonne auf der Haut genießen
ein Tier streicheln
jemandem ein Lächeln schenken
vielleicht nocheinmal das Meer sehen
meditieren
Gott entscheidet mich
ich möchte dann in buddhistisches Kloster gehen
oder etwas das mit auf diese Weise begleiten kann
das Sterben ist immer ein Prozess
der Buddhismus nimmt ihn an
es ist früh. Sehr früh.
aber meine Seele wusste es irgendwie.
ich konnte kaum mehr planen
hatte keine echten persönlichen Ziele mehr
nur etwas Gutes zu hinterlassen, die Welt ein bisschen besser zu machen
dem Tod (an)vertraut war ich aber schon lange
die Einsamkeit der Kindheit webte hinein
ich war dem Winde nahe und der Erde
dem Himmel so nahe
und auch dem Herzen
den Tieren
den Menschen eher weniger
zu früh verlor ich meine Geliebten
die Jugend war so qualvoll das ich den Tod bat mich zu holen
und den Versuch wagte zu ihm zu kommen
zweimal mal noch danach war die Entscheidung tatsächlich gefallen
weil mein Leben nicht mehr aushaltbar war
alles war dunkel und verzweifelt in mir
es gab kein Licht und keinen Sinn
und das Unhaushaltbare wurde so groß
heute weiss ich; der Suizid ist keine Entscheidung
der Mensch tut dies aufgrund aushaltbaren seelisches Leides
er tut dies nicht wirklich denn der Körper tut alles um am Leben zu bleiben
es ist keine Tat für die man eine bewusste Entscheidung trifft
es ist die Verzweiflung die die Tat tut
ich frage mich oft; wo ist Gott dann? Ist dann Gott nicht bei den Menschen?
oder sieht Gott alles und weiss; ja es ist Zeit. es ist okay
aber warum geht kein Aufschrei durch alle Menschen, jedesmal
wenn einer aus eigener Hand stirbt oder auch nur daran denkt
etwas zu tun damit das Leben für alle lebenswerter wird?
und das daran alles erdenkliche gesetzt wird!!!
der Tod ist nicht was wir denken
er ist kein Ende
eher ein Anfang
das Tor der Wahrheit
durch das wir alle gehen
vielleicht ist das Leben
neben all der Freude, Freundschaft und Liebe und dem Lachen
und der ewigen Suche nach dem Glück
eher das Große Ganze
das alles bedeutet
weisst du was ich meine?
auch der Tod ist Leben
der Tod ist in der Umarmung des Lebens
schau dir den Herbst an
den Winter
den Frühling
wo ist der Tod?
Vergänglichkeit ist ein Zyklus
wie Galaxien entstehen und vergehen
immer
Leben als Mensch ist eine Vorbereitung
auf das was danach kommt
Leben auf der Erde ist wie ein Lehrgang für die Seele
om mani padme hum
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