Donnerstag, 26. Mai 2022

Schrei.

nichts das dich malen kann

nichts das dich schreiben kann

nichts das dich kleiden kann


du bist nackt.

Schmerz.


tonlos 

webst du Brüche

in meiner Seele


weil niemand weiss was es heisst

damit zu leben


der Ekel graut in meiner Seele

von den Tagen die nie kamen

den Tagen die noch kommen müssen

ohne dich


wie scherbig bin ich

wie zerborsten


keine Fragen mehr

zu meinem Leben


wie ich taummle 

ohne Fall


wie ich feige bin

und ohne Gott

nur das er es weiss

was niemand weiss


wir weben uns in Entsetzen

und leben weiter


ich lebe Absurdität

fast; ich bin es


keiner hält die Brüche auf

wenn meine Seele zerbricht

keiner hat die Mühe

und niemand hat den Blick


wie ich Blumen liebe

verachte ich die Menschen insgeheim


weil jeder dumpf in sich dahin lebt


und der Schmerz mir so einzig ist

das ich er neben mir im Bett schläft

und niemand kommt um mich zu schützen


das ist es.

ich kann tausend Worte sagen

alle sind vergebens


Worte fallen wie leere Hüllsen

ohne Ziel

und dann ohne Absicht

ohne Sinn und Zweck


das Leben lebt sich selbst

wir brauchen nichts zu tun

als uns zu entscheiden


ich taummel zwischen den Welten

als wäre der traumlose Taummel mein Zuhause

fast hass ich mich dafür


keiner kann mir helfen


ich klage die Nacht nicht

denn sie liebt mich

ich klage Gott nicht

denn er lässt mich frei

wärend er mich hält


klage aber die Menschen an

die Dumpfniss leben

und ich nicht weiss

was ihre Seele dazu sagt

weil sie so stumm scheint

oder so weit

von meiner entfernt


ich weiss nun was Überraschung ist


es ist mein einziger Daseins-Erhalt


wunder dich nicht wenn ich sterben will

und nichts dagegen unternehmen werde







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