Mittwoch, 9. November 2022

es ist vor halb zwölf

und niemand reist mehr an


es ist mitten in der nacht


der bahnhof ist leergefegt

bis auf dass eine katze

auf leisen pfoten

durch die leeren flure geht


wartehallen

in denen müde menschen unruhig harren

sobald der tag sein anglitz zeigt


nicht einer

der das ahornblatt noch tanzen sieht

wenn der wind es nimmt und dreht

und alles sich bewegt

in meinem herzen


nicht einer 

der mit mir in den himmel singt

und hört 

wie herbst nun klingt

wenn wind im haar

und bäume ächzen

und rostbraun blattgemälde

von den letzten ästen fasten

bis ein neuer wind sie nimmt


nicht einer

der mit meinen füßen wippt

wenn musik aus einem andern nachbarhaus

bis in den bahnhof klingt


und wenn die katze um die beine schleicht

und schnurrt und weich

sich an den wangen zeigt


nicht einer der in dieser welt mitlebt

die meiner welt mein leben gibt


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