Dienstag, 16. Mai 2023

die Maßnahmen

Es war einmal ein Mensch der wollte leben.

Die Eltern und ersten Bindungserfahrungen seines Leben waren traumatisierend.

Die Eltern waren selbst traumatisiert aber hatten nie die den Raum und den Halt und die Möglichkeiten

es zu erlösen (kein "wissender Zeuge" und keine Kapazität innerpsychisch). Die Eltern der Eltern waren wiederum ebenfalls betroffen... transgenerationale Weitergabe.

In der Gesellschaft war Leistung wichtiger als sich sich selbst fühlend zuzuwenden um Wunden zu heilen und sich wieder spüren zu lernen. 

Als der Mensch noch ein Kind war konnte er nicht differenzieren.

Er konnte sich, wenn die Eltern ihn bspw psychisch und/oder körperlich misshandelten, nicht selbst sagen "Die Mama/der Papa hat ein Problem. Das hat nichts mit mir in meinem Wesen zu tun". Er nahm alles zu sich, bis in sein Selbst. So entstand die Selbstablehnung. (bspw "Ich bin nicht liebenswert" "Ich  bin schlecht" "Ich bin nie gut genug" usw usw)

(Um die Liebe der Eltern nicht zu verlieren und um zu überleben und um mit dem massiven Konflikt

von bspw gewaltättiger/ liebevoller Vater leben zu können, introjiziert die Psyche des Kindes das Bild des "guten Vaters" und gleichzeitig entsteht ein täteridentifizierter Teil der sich gegen das eigene Selbst wendet (und die Aussagen und Ansichten des Täters übernimmt).

In einem solch verwirrenden Umfeld mit massiv negativer Spiegelung und bspw. double-bind Botschaften, Gaslighting und vielleicht körperlicher und/oder sexueller Gewalt, Verwahrlosung, Allein gelassen werden, fehlende Objektkonstanz und Parentifizierung, geht es in der Psyche des jungen Menschen nur ums Überleben.


Was später bei möglichen Psychologen und Psychiatern als "psychiatrische Diagnose" gestellt werden könnte ist im Endeffekt ein Überlebensmechanismus, also eine hohe Anpassungsleistung an ein massiv toxisches und zerstörerisch wirkendes Umfeld.

Auch das Nervensystem spielt eine bedeutende Rolle.

Traumata erschüttern es. Und dysreguliert zeigt es schließlich allerlei Symptome die zwischen Über und Unterreregung (Sympathikus und Parasympathikus) pendeln oder fallen können (Window of Tolerance).

Jede psychiatrische Diagnose wird irgendwann überholt sein. Oder sie mehren sich mit der Zeit.

(eine Festschreibung wird einem lebenden Organismus und Seele in ihrem Lebenszyklus so niemals gerecht)

Letzendlich geht es einfach darum was es eigentlich ist und bedeutet;

ein Überlebensmechanismus, eine enorme Anpassungsleistung an ein hoch toxisches, sonst sogar tödliches Umfeld. Und schließlich, im Leben als ent-wachsender Mensch eine Traumafolgestörung.

Es ist keine Krankheit.

Aus diesem Kontext heraus gesehen braucht es keine Maßnahmen.

Es braucht etwas völlig anders. 

Es braucht ein tiefgreifendes Verständnis und Fühlen.

Und eine hohe echte Achtung. Und all das beidseitig.

Von Außen und für sich selbst.

Und es braucht Raum. Heilender Raum der Selbsterfahrung ohne Zensur, Urteil und Kritik.

Und Zeit. Zeit um zu heilen und wieder zu fühlen, was wirklich ist in einem.

Und Halt. Um all dem begegnen zu können und es aus-halten zu können.

Und Klarheit; um sie wieder in sich zu finden und zu merken. Und Worte zu haben.

Jeder dieser Menschen ist ein Überlebender.

Die Psyche "deformierte" sich UM zu überleben. 

Deshalb ist das Wort "psychisch krank" unglücklich gewählt.

Und "seelisch behindert" mindestens genauso.

Diese Worte sind, wenn man sie ernst nimmt, Stigmata,

die Menschen bekommen, die ohnehin schreckliches erleben mussten

und die die unbändige Begabung und Stärke hatten, zu überleben.





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