Das schwierige Mädchen steht am Rand einer Stadt.
Sie steht lächelnd an eine Hauswand gelehnt und sieht sich das Treiben der Menschen an.
Sie spürt das Fliehen der Zeit über den Haaren alter Menschen.
Irgendwo dort atmet eine Eiche.
Autoabgaseduft vernebelt den Verstand.
Zwischen den Häusern ragt immer noch blauer Himmel. Ein wenig vergilbt, aber da.
Der Asphalt ist warm und dampft den letzten Regen aus.
Schwere Luft liegt in den Straßen.
Es ist Sommer und das spürt man.
In Druckorkaden jagen Autos mit schwerem Blech durch die große Stadt.
Einer jungen Frau fällt das blonde gelockte Haar ins Gesicht und sie versucht
es sich aus dem Sichtfeld zu pusten. Ihr blauen Augen suchen kurz den Blick des Mädchens
als sie aufschaut.
Ihr Blick trifft sich.
Stille.
Zwei Atemzüge.
Die Zeit atmet weiter.
Doch hier begegnet sich etwas.
Die Stadt lärmt weiter ihr Tagesgesicht.
Das Mädchen schaut der Frau direkt in die blauen Augen.
Die Bäume atmen die ungewohnte Sommerhitze aus.
Ein Taxi hupt mit angehaltener Handbremse am Zebrastreifen
der blasser kaum sein könnte.
Ein Kind springt lachend und im Zickzack über die Straße
wärend seine Mutter brüllt.
Der Blick zwischen dem Mädchen und der Frau bleibt.
Im Supermarkt hinter der Kreuzung
und später, als sie nach ihrem Autoschlüssel kramt.
Wärend sie die Kupplung ihres alten VW betätigt
und noch einmal den Rückspiegel prüft.
Immer ist sie da, dieses Mädchen.
Der Blick sollte mehrere Wochen dauern.
Wie intensiviert im Geist und konserviert im Herzen.
Die blonde Frau atmet die Wochen nichts anderes als Stadtluft.
Ihr Mann atmet neben ihr die selbe Luft.
Und die Nacht wartet schon die ganze Zeit auf ihren Einsatz.
Sie gebärt den ersten Stern.
Das schwierige Mädchen atmet sich durch die Sterne
und sucht was vom Tag übrig geblieben ist.
Wenn ein Stern träumen könnte
wären Bäume seine Freunde?
Es zischt sich durchs Laub eine Schlange.
Hinter der Stadt wird die Welt müde.
Erste Tiere suchen den Schlafplatz auf.
Andere vollziehen die Jagd.
Das Mädchen hält den Tag in ihren hellen Händen
gegen das Mondlicht.
Lumineszierendes Licht fällt auf ihren Geist.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen