Das Morgen kann dir den Tod bringen – und so zwingt dich das Morgen, im Heute zu leben. Du musst in den gegenwärtigen Moment eintauchen und ihn bis zur letzten Tiefe auskosten, weil du nicht weißt, ob du noch einen nächsten Moment vor dir hast.
Sobald man den Rhythmus dieser wechselseitigen Beziehung akzeptiert, fügt man sich gelassen in beide Extreme. Man begrüßt das Unglück genauso wie das Glück, wie es auch kommen mag, denn man hat erkannt, dass beide Partner im gleichen Spiel sind.
Das ist etwas, was man sich ständig vor Augen halten muss. Wenn du dir diese Dialektik wirklich zu Herzen nehmen kannst, nimmt dein Leben eine völlig neue Wendung.
Dann umgibt dich immer und überall eine Aura der Freiheit, ein Hauch der Losgelöstheit, dann bist du nicht mehr gebunden.
Du nimmst alles, was kommt, in stiller Gelassenheit hin. Und ein Mensch, der Schmerz, Frustration und Unglück still und gelassen hinnimmt, verändert die Qualität dieser Erfahrungen von Grund auf.
Für einen solchen Menschen wird selbst Unglück zu einem unschätzbaren Erfahrungswert, wird selbst Schmerz zu einem Gefühl, das ihm neue Schärfe und Klarheit verleiht. Selbst die dunkelste Nacht hat dann eine eigene Schönheit, ihre unendliche Tiefe.
Für einen solchen Menschen ist der Tod kein Schlusspunkt, sondern der Beginn einer Reise ins Unbekannte.
Osho
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