Mittwoch, 17. Oktober 2012

ich sitze hier und kann es einfach nicht fassen

du bist im tod
und wie weit ist der tod von mir?

eine tür weiter starb mein nachbar
trete ich ins treppenhaus seh ich noch das polizeisiegel verblassen
jeden tag

ich kann dorthin sehen wo ich sterben wollte
ich weiss es noch genau
ich und der strick
und wie ich lachen und weinen musste
weil ich nicht wusste; wen soll ich töten? wie kann ich mich töten?
und wer ist dann der beobachter des ganzen?
wer ist dann noch da?
oder ist es eine einfache gleichung; + - + = ?

aber wie kann ICH mich töten? wen töte ICH da?
und wer bleibt übrig?

wie kann ICH töten ohne dass etwas übrig bleibt?
wie kann ICH mehr sein als MICH?

und du bist im tod....
fast fühle ich dich näher als im leben
fast als wärst du versiegelt und liebst mich bis in alle ewigkeit
und werden worte lebendig...?

oh werd ich verrückt?

ich sitze hier und schreibe
und du bist so nah am tod

wie kann ich schreiben während du dich tötest?

vielleicht war es ein wort zuvor, eine zeile zuvor...
ein atemzug zuvor, ein lichtstrahl zuvor, ein geräusch zuvor...
und du bist nicht mehr

was ist weg sein?
wie kann ich damit leben?

bis an den himmel kann ich sehen
so weit mehr als ich tasten kann

und nachts seh ich die sterne
soviel mehr als ich begreifen kann

mit welchen augen kann ich dich sehen?

mein kopf redet mir immer ein; inneres sehen ist nicht echt
er will immer recht behalten und ist so unendlich rational
aber ohne liebe

und liebe sagt er, ist nicht sichtbar

aber ich fühle es

er sagt einbildung

und ich kann nichts entgegnen als schweigen
und leise fühlen und aufschreiben und malen und musik
und alles was verstehen kann...nein; was fühlen kann



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